Yoga Psychologie

Demut

– aus Gesprächen mit der „Mutter“ (Mira Alfassa) und Sri Aurobindo –

„Eine wahre und aufrichtige Demut ist unser Schutzschild – sie ist der sicherste Weg zur unverzichtbaren Auflösung des Egos.“

„Ganz gleich, welchen persönlichen Wert oder welche individuelle Verwirklichung du hast, die erste Eigenschaft, die im Yoga benötigt wird, ist Demut.“

„Demut ist die Erkenntnis, dass man nichts weiß, überhaupt nichts, und dass es etwas anderes geben kann als das, was uns im Augenblick als das Wahrste, das Edelmütigste und das Selbstloseste erscheint: die wahre Demut, die darin besteht, sich stets auf das Göttliche zu beziehen, ihm alles vorzulegen.“

„Wenn man den Leuten sagt, „Seid demütig“, dann denken sie sofort daran, gegenüber anderen Menschen demütig zu sein, und diese Demut ist schlecht. Die wahre Demut ist die Demut gegenüber dem Göttlichen, das heißt die präzise und konkrete Wahrnehmung, dass man ohne das Göttliche nichts ist, nichts kann und nichts versteht, dass selbst wenn man außerordentlich intelligent und begabt ist, dies nichts ist im Vergleich zum göttlichen Bewusstsein. Und diese Demut muss man immer beibehalten, denn dadurch nimmt man die wahre Haltung der Empfänglichkeit ein, einer demütigen Empfänglichkeit, die dem Göttlichen keinen persönlichen Anspruch entgegenstellt.“

„Der westliche Geist hat immer Schwierigkeiten, sich vollständig einem Guru zu überantworten, und ohne völlige und bedingungslose Hingabe an den Guru wird seine Hilfe (…) nicht vollständig wirksam. Deshalb rate ich Menschen aus dem Westen im Allgemeinen, die Führung und die Gegenwart in sich selbst zu finden; es ist wahr, dass dieser Prozess oft der Unsicherheit und Selbsttäuschung ausgesetzt ist, indem man eine Stimme des Egos im Verborgenen für die Führung des Göttlichen hält. In beiden Fällen können nur absolute Aufrichtigkeit und eine ungetrübte Demut deine Sicherheit (am Yogaweg) gewährleisten.“

„Eine geistige Demut und ein Gefühl der Hingabe und Abhängigkeit sind notwendig für die direkte Öffnung des seelischen Zentrums. Die direkte Öffnung des seelischen Zentrums ist nur dann leicht, wenn die Egozentriertheit stark vermindert ist und auch, wenn ein starkes Bhakti für die (göttliche) Mutter vorhanden ist. Eine geistige Demut und ein Gefühl der Unterwerfung und Abhängigkeit sind notwendig.“